Zwischen den Schlagzeilen dieser Tage, findet sich die Preisverleihung des Karlspreises. Dieser Preis wurde nach Karl dem Großen benannt, als wie Träger einer europäischen Nachbarschaft, “Vater von Europa” und so.
Ich selbst finde solche Ehrung nicht ok. Dazu erstmal ganz kurz zum 8. Jahrhundert in Europa. Da gab es also diese Eroberungen, und dies mit Massenrichtungen, und Strafe dafür, wenn jemand vom Christentum abwich, und so weiter.
Im 8. Jahrhundert mag das halt so gewesen sein. Aber wenn man solche Art an Herrschaft auf die heutige Karte legt, da sieht das nicht wirklich viel anders aus, als bei ISIS, wo es halt statt Christentum, Islam ist, oder auch bei Nazis, deren Plan war, ihre Ideologie als die neue Monoreligion einzuführen (siehe dazu z.B. Lebensborn, und Hinrichtungen sogar von Katholiken, und weiteres).
Und meiner Auffassung nach ein ziemliches Problem ist, dass aus Herrschern, wie dem Karl oder auch z.B. arabischen, ein Götzenbild gemacht wird, im Namen von Romantisierung der Geschichte, für irgendwelches “good feeling” oder wie. Denn das trägt ja argumentativ schon zu gewisser Normalisierung solcher Herrschaften bei. Im Beispiel, womit ist ein Adolf Hitler aufgewachsen? Mit wie Actionfilmen davon, dass der Karl stark und hart war, und dass das ist, wonach es zu streben gilt? Und womit wachsen Kinder heutzutage auf? Mit Geschichten davon, wie toll das ist, gewaltsam Gebiet zu erobern, im Namen eines Megastaates, außer wenn es muslimische Dynastie war, die bis nach Spanien kam, das war nicht toll – während im ähnlichen Sinne Geschichten auch arabisch erzählt werden, wo die Rollen etwas anders, und so weiter.
Dabei spitze ich es etwas zu, im Sinne einer Karikatur. Aber Fakt ist halt, dass es in Europa so allgemein als schon “Oh, wow, der hat was erobert.” gilt, wenn man sagt, dass eben ein Karl deswegen geehrt wird, weil er die Sachsen unterjocht hat. Und aber, wenn ich also so: “Yo, Preußen annektiert Sachsen, und mir egal was Sachsen dazu sagen, eines Tages können dafür halt einen Preis nach mir benennen.”, das ist doch überhaupt nicht im nachbarschaftlichen Sinne dessen, was die Europäische Union zu erzielen sucht.
Zusammengefasst, der Karlspreis ist keine militärische Ehrung. Aber mit dem auf ein Podest stellen, des Karls, steht der Karl halt auf Podest, wo dann ganz viele Leute nicht unbedingt so im Detail wissen, warum der auf ein Podest gestellt wurde, und aber hängenbleibt, dass der Karl also ganz toll, sich einfach so viel Europa zu erobern, und dies noch dazu mit wie höchster Auszeichnung der Herrscher in Europa, die mit solchem Leitbild ziemlich merkwürdig dastehen, in wie Märchenstunde.
Dementsprechend halte ich nichts davon, bei einem solchem Kult mitzumachen. Wobei ich nicht alle Bilder von Karl auf Scheiterhaufen schmeißen würde. Also, ich finde es ok, wenn Gemälde ausgestellt werden, oder jemand Buch veröffentlicht, im Sinne von “Was für ein Kerl, der mal für etwas Ordnung gesorgt hat!”, und ähnliches. Aber, ein Vorbild war der Mangel an Manieren, auch schon seinerzeit eher nicht. Worüber man historisch viel reden kann – eine Auslegung davon, dass sich die Herrscher von morgen an dem Karl ein Beispiel nehmen sollen, ergibt sich mir da aber einfach überhaupt nicht. Und solche Auslegung finde ich eben auch gesellschaftlich nicht gut, wenn die Gesellschaft also zu sagen scheint, dass getötete Kinder in Iran halt der Preis dafür sind, damit die Elite von morgen alle nach einem Muster eines Corporate Brands laufen, wo man ja mittlerweile Kriegsverbrechen sogar in Echtzeit zu sehen bekommt, und als ob irgendwie halt des Alltags wäre – was ja halt ziemlich krass so ist.
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