Der Markt und der Mangel

In paar Zusammenhängen nannte ich Anarchismus, wie bei Nestor Machno und seinen Leuten, mit Bestreben nach freiem Leben, statt in Leibeigenschaft dieses einem Zar oder Politbüro zu geben.

Dabei bin ich aber kein Fan von sogenanntem Anarchokapitalismus. Denn dieser bedeutet meiner Ansicht nach, dass diejenigen von uns, die sich nicht von eigenen Feldern ernähren können, in wie Leibeigenschaft zum Markt sitzen, mit den Dingen, wo sogar minderjährige Mädchen Massagen irgendwelchen Herren zu geben haben, damit die Familie des Mädchens mal nicht hungern muss, etc. etc.

Selbst in den wohlhabenden USA sind es übrigens um die 13% an Haushalten mit zu wenig Nahrung, und derzeit der Trend, dass im Jahr 2030, 20 Prozent der Bevölkerung unterernährt sein wird. Unterdessen machen Firmen in USA jährlich um die 4.000 Milliarden US Dollar Gewinn (2010 waren es um die 2.000 Milliarden Dollar) – und versammelt im Weißen Haus beschweren sich dann noch, dass es zu wenig ist, und u.a. Europa mal irgendwie mehr abgeben soll, damit sich die Herren noch mehr einstecken können, und so weiter. Und Anarchokapitalismus wäre noch krasser, als was schon so ziemlich krass ist.


Und neben den Fragen zur Buchhaltung, ist es halt leider auch Fakt, dass es nicht von Allem endlos viel gibt, bzw. auch Distributionsnetze gefragt sind. Fallbeispiel sogar bei Berlin, der Straussee – der wird zur Trinkwassergewinnung genutzt, und aber, der See gibt nicht so viel her, um damit zig Swimmingpools usw. im weiten Umkreis zu befüllen.

Da sagt der freie Markt: “Tja, dann steigt der Preis halt, und somit weniger Nachfrage.” – Aber diejenigen mit den Pools fallen da in der wie Auktion erstmal eher nicht weg, während eher andere Einzelhaushalte, insbesondere mit Familien, besorgt auf den Zählerstand gucken, oder auch z.B. Pflegeheime, und weitere Einrichtungen.

Dabei würde ein Kapitalist wohl sagen: “Ja, aber mit den Einnahmen können die Wasserwerke doch schauen, wie die Produktion gesteigert wird, womit der Preis wieder runtergebracht wird.” – und die Logik verstehe ich schon. Aber das geht davon aus, dass es weitere Quellen gibt, die man erschließen kann, was aber logischerweise doch nicht unendlich sein kann.


Da finde ich schon, dass es angebracht ist eine Ordnung zu haben, die dafür sorgt, dass es nicht dahin ausartet, dass vielleicht 30% der Bevölkerung ziemlich wohlhabend erstmal alle eigenen Bedürfnisse abdeckt, wie voller Swimming Pool, bevor die anderen schauen können, ob noch was übrig ist, nachdem sich ein wie kapitalistisches Alpha-Rudel das ihre genommen hat. Dabei ist es sicherlich toll, wenn es Masse an Wohlstand gibt. Aber Masse an Ziffern auf dem Konto, bedeutet nicht Masse von Allem einfach so, geschweige denn, wenn eben vielleicht sogar 30% der Bevölkerung alle auf jeden Fall mindestens ein Schloss wollen, mit Privatjet (weil man es so in USA gesehen hat, ohne aber Nennung, dass dort weit dünner besiedelt sind), und Jacht, oder sogar Jacht mit noch Jacht im Swimming Pool der Jacht, usw. usw.

Und was ich in Kontext eine lokalen Marktes zu beschreiben suchte, das gilt auch global. Im Beispiel in Afrika, da gibt es Dinge, wie dass Kleinbauern enteignet wurden, und Konzern aus dem Westen, der die Felder für eigenen Bedarf nutzt. Unterdessen paar Kilometer weiter, Ölgewinnung, bei welcher das Grundwasser verseucht wird, was im Hauptsitz des Konzerns nicht weiter ein Ding sein mag, aber schon Problem, das die lokale Bevölkerung davon hat, und ohne zumindest irgendwas im Gegenzug von zu haben.

Solche Dinge sind dabei eben davon getrieben, dass es mehr Geld zu holen gibt, um irgendeinen Abnehmer in Europa oder China oder USA oder wo, zu versorgen, als damit, sich erstmal um gefüllte Regale vor Ort zu kümmern.

Und mein Ansatz ist da, dass es schon toll ist, Kaffee und so, aus Afrika zu beziehen. Und aber auch geschaut werden sollte, dass man im Rahmen der Flächengröße, die für diesen unseren Import genutzt wird, mit Dingen von hier ausgleicht, was auch z.B. in Formen von Großkonserven für Schulessen sein könnte, um ein Beispiel zu nennen, wo man relativ einfach hier solche Konserven auf Frachter packt, und vor Ort kein Zusatz von Wasser benötigt. Damit mag man dann zwar noch weit weg davon sein, dass es flächendeckende Grundversorgung gibt. Aber insbesondere in Zusammenarbeit auch mit Landwirten östlich, könnte man wohl locker noch die Ernten wie bei Kartoffeln steigern, wenn man einfach den Überschuss aufkauft und teils sogar gleich weiterverarbeitet. Und somit paar Frachter, mit denen man kooperativ helfen kann, dass auch woanders die Regale gefüllt sind, auch wenn das keinen Profit bringen mag.

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