Staatsbibliothek

Ich bin allgemein ein Fan von kuratierter Auswahl bei Bibliotheken, statt nur thematisch irgendwas ins Regal zu stellen, was mit dem Thema zu tun haben scheint.

Fallbeispiel, Historiker zu Otto Braun. Da gab es den Hagen Schulze, und es gibt auch ein Büchlein von Manfred Görtemaker. Und wenn nur das Büchlein im Regal, dann erhalten die Leser die Info, dass es eine Freundschaft zwischen Braun und Hindenburg gab, während Braun dies in seinen Memoiren verneinte (derer ich hier eine Exilausgabe sowie eine Ausgabe von 1949 habe). Und auch abgesehen von solcher Kleinkritik, es ist schon deutlicher Unterschied, wie viel Zeit wer von den beidem dem allem gewidmet hat.

Und dann eventuell auch Situationen, wie Otto Braun als Megahit, über welchen auch nicht-Historiker (mit KI) Bücher verfassen, was dem argumentativ nicht gerecht wird, wenn in einer Bücherreihe nur ein bis zwei wirklich seriöse Bücher stehen.


In dem Sinne rede ich über eine Staatsbibliothek, wo es nicht nur zur bzw. aus der lokalen Geschichte was gibt, aber z.B. in Abteilung für Welt, Bibel, Koran, und weitere Schriften, sowie auch z.B. von Voltaire, oder auch Charles Dickens, gerne auch in älterer Ausgabe, weil es im Fall dieser Bibliothek mehr wie um ein Archiv geht, wo aber öffentlich genannt wird, welche Bücher geführt werden, falls jemand Interesse hat es zum lesen anderweitig zu finden.

Und aber wie genannt, es sollte nicht jedweder Stuss sein. Dementsprechend z.B. Adolf’s Krampf, wird nicht geführt. Und aber schon z.B. von William L. Shirer “The Rise and Fall of the Third Reich: A History of Nazi Germany”.


Dazu noch, Initiative, manche Schriften in andere Sprachen übersetzt zu sehen. Also z.B. von Hagen Schulze, und/oder direkt von Otto Braun, ins Französische, damit die Nachbarn bessere Vorstellung davon haben können, um wen es geht, der da bei dem Preußenschlag direkt von betroffen war, obwohl ihm ein Reichsgericht eigentlich Recht gab, bei dem was da geschah.

Eine solche Übersetzung nimmt üblicherweise etwas Zeit in Anspruch, statt nur etwas durch eine wie Sortier-Maschine (/online Translation-Tool) zu drehen. U.a. zum Beispiel deshalb, weil Rechtsbegriffe auftauchen könnten, die hier etwas anders aufgefasst sind, als dies z.B. in Frankreich der Fall sein mag – und entsprechend ist toll, wenn es jemand übersetzt, der es wirklich übersetzt.

Aber allgemein, bei sowas kann man sich nicht wirklich so auf den freien Markt verlassen, der erwiesenermaßen nicht z.B. sagt: “Ey, Ärzte auf dem Land, habt Ihr Langeweile? Wir haben hier medizinische Anfragen bei unseren Suchmaschinen und Chatbots, die wir im Prinzip (je entsprechend Land) vermitteln könnten.” und aber statt dessen sagt: “Nimm jemanden, der billig, wie gerade von Uni abgegangen, um zu allmöglichen Fachgebieten, Tips für die KI zu machen.”

Vielleicht ein etwas zynisches Beispiel. Aber Punkt ist halt der, dass die Logik des Marktes viele Dinge gar nicht abdeckt, wie z.B. eben zu ordentlicher historischer Chronik der eigenen Geschichte.