Von dem, was es in der Politik so gibt, finde ich manche Debatten ziemlich abstrus. Z.B. zu dem Kopftuchstreit, das kommt nicht von irgendwelchen Stalinisten, die im Sinne der Aktion K argumentieren. Aber es kommt teils von Leuten, wo die Jungfrau Maria mit Kopftuch dargestellt wird, und wo Parteien sogar mit “christlich” im Namen was von “religiöser Neutralitätspflicht des Staates” erzählen.
Und besonders absurd finde ich, wenn einfach einem Kleidungsstück, eine Symbolik zugeschrieben wird. Für mich ist das, wie wenn man sagt, dass Jeans ganz klar amerikanisch sind, und jeder der Jeans trägt, sich also ganz eindeutig zum Amerikanismus bekennt. Das mag in manchen Fällen sogar so sein. Aber es einfach so zu pauschalisieren, das scheint mir ein ziemlich weiter Wurf, geschweige denn noch ganz eindeutig behaupten zu wollen, um welche Definition von “Amerikanismus” es denn überhaupt geht.
Darüber kann man ausgiebig reden, und sicherlich gibt es paar Aspekte, wie z.B., dass Lehrerschaft schon wissen möchte, ob Schülerin im Unterricht nicht z.B. Tarkan (oder wer dieser Tage der Hit ist) im Ohr hat – was dann aber eher ein Thema für Schulleitung bzw. hohen Rat der Pädagogen (oder so) zu sein scheint, als eines für die Politik. Denn, was da manche in der Politik sagen, ist, dass also auch z.B. Kippahs verboten sein sollten – und ich finde nicht, dass nur weil es gelungen ist, aus orthodoxen Familien paar Schüler in allgemeiner Schule zu empfangen, dass man da gleich wie DDR ansetzt, um den Kindern zu sagen, dass jetzt aber mal die Zeit gekommen, für Progressivität, und weg mit dem alten Schmarrn, usw.
Dementsprechend sehe ich da staatlich keinen Bedarf an diese Debatte im dem Sinne anzuknüpfen. Und was Beamte betrifft, ich selbst sehe da kein Problem damit, wenn (in der Art von) Kopftuch Teil einer Polizeiuniform sein kann, ähnlich wie auch männliche Kollegen bei Außendienst nicht ständig Kälte oder direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt sein müssen, nur weil irgendwelche Leute im Büro kaum “das Draußen” kennen.
In Innenräumen würde ich jedoch betonen, dass der Staat kein Nonnenkloster ist. Dabei ist es normal, dass viele Leute eine Religionszugehörigkeit haben. Aber als Beamte/r, repräsentiert man den Staat, der sich halt nicht in irgendwelchem Tuch verdeckt. Es geht dabei einfach um gewisses Vertrauen der Bürgerschaft in ihren Staat, wozu kaum beitragen wird, wenn die Beamten nur wie hinter Masken agieren.
Also, das mag nicht so sein, wie man es beim Bund auslegt, wo es Maßnahmen gibt, die nichts mit gerichtlichem Beschluss zu tun haben – wie z.B. Nutzung von personenbezogenen Daten, zum “Training und zur Testung von Systemen der Künstlichen Intelligenz”, mit Daten von Dingen, wie sich von Netzbetreibern sagen zu lassen, welche Handys auf einer Demo vorzufinden sind, oder anhand Videokamera irgendwo z.B. am Bahnhof, biometrischer Abgleich mit z.B. Fotos die im Internet zu finden sind – und wo sonst nicht wirklich irgendwas klar, wie z.B. wer denn konkret bei der Polizei der Zuständige für sowas ist, oder ob vielleicht schon komplett eine Abteilung einer Firma aus USA, die das alles macht, und dabei zusichert, dass das alles voll ok ist (während auch z.B. mit Pentagon arbeiten, und was sind schon paar zerbombte Schulklassen und Völkerrecht, wenn es doch schließlich darum geht, dass jemand in USA mehr Milliarden abfasst, als jemand anderer in USA).
Aber was meine Sicht betrifft, irgendwelches, dass irgendwelche Typen im Schatten einfach so mal mit irgendwelchem Kram loslegen, weil alter Kollege von Blackstone doch sagte, dass das voll geil ist, und siehe doch USA, angeblich Paradies wo keine Straftaten mehr – sowas finde ich nicht ok so. Und dementsprechend rede ich allgemein von gewissem Standard bei diesen Dingen, wie eben auch, dass der Beamte auf Straße oftmals im Rudel zu sehen sein mag, aber auch seine eigene Person an für sich ist, die z.B. eine Anzeige aufnimmt, als nicht nur Schreiberling.
Und eine Debatte, die ich auch abstrus finde, ist betreffend der Geschlechtsidentität. Bei dem Thema ist man in der Bundesrepublik Deutschland ziemlich gehoben. Aber im englisch-sprachigen Raum scheint es eine dominante Vorstellung zu sein, dass es die Gesellschaft, Kirchen und Staat irgendwie betreffen würde, was jemand in seiner Hose hat (oder nicht hat). Sowas finde ich auch einen sehr weiten Wurf.
Bzw. wie ich das sehe, jede natürliche Person ist eine natürliche Person. Und mit juristisch ganz klarer Gleichberechtigung, macht es juristisch keinen Unterschied, ob sich jemand als Mann, Frau, oder als jemand sieht, der sich weigert, seine Identität (und Seele) auf ein paar Chromosome reduzieren zu lassen, und als ob man nur wie Stück Vieh im Stall von den Leuten, die von einer Viehranch in Texas kommentieren.
In Details gibt es da sicherlich Fragen, wie: “Kann ein Sportverband seinen Teilnehmern abverlangen, dass Chromosome-Testing vorzulegen haben?”, wo ich meine, dass wenn es Teil der Teilnahmebedingung ist, dementsprechend den potenziellen Teilnehmern halt klar ist, wie das bei der technisch betrachtet privaten Veranstaltung bei solcher Frage so läuft.
Aber im Großen und Ganzen, aus staatlicher Sicht macht das keinen Unterschied, ob 100 männliche Demonstranten, oder 100 weibliche Demonstranten. Oder ob sich ein Mann oder Frau was im Kataster eintragen lassen möchte. Und so weiter, und so weiter.
