Zuvor hatte ich es schon mal angemerkt – ich selbst bin allgemein dafür, zu schauen, wie man zu der sogenannten 4-Tagewoche kommt, also dass man als Arbeitnehmer in Vollzeit je Woche vier- statt fünf-mal auf Arbeit ist.
Für manche Leute mag das ein Schreckensgespinst sein, weil es sich danach anhört, dass “Weniger Produktionsstunden, und dies je Stunde noch teurer, und dazu in dem Ort oder Branche, Fachkräftemangel.”. Und solche Fragen, sollte man dabei sicherlich nicht außen vor lassen. Aber wer mal selbst insbesondere Schichtarbeit verrichtete, stimmt mir wohl zu, dass es über die Jahre schon etwas schlaucht, und man gesellschaftlich etwas mit Handicap, wenn man arbeitet, während andere auf Party sozial netzwerken, oder was man da so macht. Und mancher Arbeitnehmer würde es wohl schon als Fortschritt sehen, wenn Möglichkeit hätte, 9-Stundenschichten zu verrichten, womit sich Arbeitsweg spart und einfach langes Wochenende jede Woche. Und rechnerisch sind das ja 36 Stunden.
In dem Sinne bin ich dafür, in solche Richtung zu gehen. Dabei sehe ich das nicht in Form von Vorschriften für Betriebe, aber in Form von mit Beispiel voran gehen. Und als solches Beispiel, würde ich mit den (geplanten) ÖPNV-Betrieben je Landkreis anfangen.
Wie zuvor genannt, Vorstellung ist, dass je Landkreis eine wie “Council Tax” (aus UK), über welche die Gehälter der Busfahrer finanziert werden. Als Beispiel, der Landkreis Havelland, und dort zum Anfang 100 Busfahrer. Bei 3.000 Euro brutto, wären das 300.000 Euro an Lohnkosten je Monat. Bei so 150.000 Landkreis-Tax Beiträgen, sind das im Durchschnitt 2 Euro je Kopf, wofür 100 Busfahrer ein Streckennetz im Landkreis bedienen, und dies ganz ohne Bedarf an Fahrscheinen.
Und wie ich das bei den Schichtplänen usw. aufstellen würde, ist ganz einfach davon ausgehen, dass mit 4+1 System gearbeitet wird, wo der Standard 4 Tage, und wer sich dafür einschreiben lässt (sozusagen), der kann noch fünften Tag arbeiten, wenn der Bedarf z.B. um Krankschreibung abzudecken, wofür es Extrageld gibt.
Dabei würde ich erstmal bei 9 Stundenschichten ansetzen, dies inklusive Pausen. Dabei würde ich bei Busfahrern von einer Stunde großer Pause reden, damit einfach kein Stress, wenn in Kantine oder Imbiss viel los ist. Und wohl im Bereich von zwei 30 Minuten Pausen, sowie paar Minuten zwischen den Fahrten. Bzw. wenn die Busfahrer sagen, dass zweimal 15 Minuten ausreicht, und dafür halbe Stunde früher Feierabend, bzw. sogar weniger für Lunch, da wäre man dann also bei 8 Stunden Schichtzeit, wovon an die 7 Stunden erbrachte Fahrleistung sind. Also je Woche an die 2.800 Stunden Fahrleistung um das Streckennetz zu bedienen (bzw. um 100.000 Kilometer Fahrleistung).
Und wenn man das nun so auf das Streckennetz legt, und sich ansieht, was für einen Takt man da also so bieten kann, bei den Linien, da mag man sicherlich sagen, dass das auch dichter geht. Und aber, statt da etwas an doch argumentativ ziemlich vernünftigem Arbeitszeitmodell zu rütteln, ist halt gefragt, die Anzahl der Stellen zu erhöhen, wo mit 200 Busfahrern der Takt halbiert werden kann. Und das würde je Landkreis-Tax-Beitrag also 4 Euro je Kopf bedeuten, aber dafür einfach Service unweit der Haustür, sowie je Landkreis halt auch Stellen, die es zu besetzen gilt, und somit allgemein im Landkreis mehr Erwerbsmöglichkeiten.
Solches Modell würde ich dabei nicht überall so nutzen. Als gleich weiteres, die Berufsfeuerwehr je Landkreis. Da wäre eine Option, dass Notrufsanitäter jede Woche dreimal 12 Stunden Schichten machen (und aller paar Wochen auch mal was anderes). Aber das mit dem ÖPNV-Betrieb als Beispiel, wie man einfach so 4-Tagewoche hat, mit locker 25% der Kapazität extra verfügbar, wenn gebraucht wird. Also z.B. Sportveranstaltung mit vielen Besuchern, und Busfahrer machen für die Woche 5. Extraschicht.
Dazu noch die Anmerkung, dass die 4-Tagewoche bei den 52 Wochen im Jahr bedeutet, dass es also 52 Tage mehr frei gibt. Dies ist Mega. Aber bedeutet auch, dass ich bei dem ÖPNV-Betrieb nicht groß mit Anzahl an Urlaubstagen winke. Lies, wenn man derzeit bei manchen Betrieben so 30 Urlaubstage hat, das bedeutet bei 5-Tagewoche, 6 Wochen Urlaub. Bei 4-Tagewoche braucht es für die 6 Wochen Urlaub nur 24 Urlaubstage, wenn man von den 6-Wochen als gewissen zivilisierten Standard ausgeht, plus die 46 extra freien Tage in den anderen Wochen, was in Anzahl fast 7 Wochen entspricht.

