Wer deutsch-sprachige Nachrichten schaut und/oder liest, hat wohl mitbekommen, dass manchmal der Begriff “Existenzrecht” genannt wird. Dies üblicherweise im Zusammenhang mit Israel, wo die Bundesrepublik Deutschland als wie Doktrin hat, klarzustellen, dass egal was, es geht überhaupt nicht, dass eine Gruppe wie Hamas, vielleicht sogar den gesamten Nahen Osten übernehmen möchte, um Kinder zum Tunnelgraben zu senden (wobei mehr als Hundert Kinder aus Gaza starben), während sich deren Funktionäre schön in Restaurants bedienen lassen.
Der Begriff betrifft aber nicht nur Israel. Z.B. Ukraine würde wohl auch meinen, dass ein Existenzrecht hat, als ein Nationalstaat. Davon leitet sich in dem Kontext auch der Begriff der “Selbstbestimmung” ab. Also, dass man als souveräner Staat auch Souveränität hat. Oder z.B. Katalonien – so mancher dort sagt, dass Anspruch auf Selbstbestimmung haben, während in dem Fall die Bundesregierung sagte, dass das ganz von Spanien abhängt, ob sowas ok geht, einfach so selbst entscheiden zu wollen, ob man in Spanien sein möchte, oder nicht.
Und weitere Fälle, wo es teils einfach darum geht, ob eine Bevölkerungsgruppe als Nation anerkannt wird, wovon sich dementsprechend Anspruch auf Nationalstaat ableitet, der mit Existenzrecht einhergeht. Dabei gibt es dann üblicherweise Grenzfragen, wie z.B. dazu, dass Israel etwas andere Vorstellung dazu zu haben scheint, welches Jahr als für den angeblich historisch begründeten Gebietsanspruch Geltung hat, als was man dazu aus Sicht des Staates Juda meint. Und es erfordert einen Organisationsgrad, um sowas ordentlich zu betreiben. Aber die Vorstellung allgemein ist halt, dass keine Nationalität wie Sklaven anderer Nationalität herhalten muss, und niemand staatenlos.
Und zwischen den Fällen, sehe ich auch den, der Preußen betrifft. Preußen, wie bekannt sein mag, war zwischen den Unterzeichnern der ersten Genfer Konvention überhaupt, blieb nach der Novemberrevolution als Staat bestehen, wurde 1932 vom Reich widerrechtlich entmachtet (Otto Braun sagt hierzu in Memoiren, dass ihm ein Reichsgericht Recht gab, aber dies wurde vom Reichstag ignoriert), mit dann Maßnahmen, die auch keine preußische Zustimmung hatten (wie z.B. zu der Bildungspolitik der Nazis, wo der Bevölkerung mehr als Jahrzehnt einfach irgendwas eingetrichtert wurde, während die eigentlich Intellektuellen dezimiert wurden).
Und dann hieß es, dass Preußen verboten wird, weil “Träger des Militarismus”. Das Verbot gab es durch die vier alliierten Siegermächte, wie z.B. Frankreich, die dann in Algerien nicht gerade mit Kuchen backen beschäftigt waren, und in Vietnam, da mussten sich die Leute ihre Unabhängigkeit von Frankreich auch erkämpfen.
Preußen hatte dabei übrigens keine Möglichkeit einer Stellungnahme. Otto Braun, wenn auch schon in die Jahre gekommen war, wollte nach dem Krieg über “Republik Preußen” reden. Aber für ihn gab es keinen Zugang zu dem Kontrollrat, während über das “neue Deutschland” in Runden geredet wurde, wie z.B. mit einem Beteiligten der Nürnberger Rassengesetze, der bei Adenauer Anstellung als Kanzleramtschef fand. Und Dinge, wie z.B. die Besetzung von vielen Stellen bei der Polizei mit Nazi-Loyalisten, und z.B. im Bundesinnenministerium saßen dann Jahrzehnte mit hohem Anteil ehemalige NSDAP-Mitglieder.
Die Bundesrepublik Deutschland, mag dabei behaupten, dass dies schon alles seine Ordnung hatte, weil Nazis in hohen Bundespositionen doch erklärten, dass es alles in Ordnung war. Ich persönlich sehe es aber so, dass sich nach preußischem Recht, Preußen nicht aufgelöst hat. D.h., den Staat gibt es als “juristische Person” weiterhin, auch wenn einige Zeit herrenlos war, bevor ich Herr von Preußen wurde. Und ich meine schon, dass der Staat Preußen, auch ein Existenzrecht hat und auch ein Recht auf Selbstverteidigung, wie vor Gericht, statt einfach so zu tun als ob Jahrhunderte unserer Vorfahren, alle die Schlimmsten aller Schlimmen waren, nur weil es Stalin gerade so in Kram passte, und der pangermanistischen Auffassung auch in den Kram passte, dieses Preußen komplett loszuwerden.
Das mag keinen real-politischen Impakt haben. Aber halt wie ich die Dinge so sehe, und als Bonus… ich finde es besser sein eigenes Subjekt zu sein, statt irgendwelchen deutschen Typen, die Schuhe putzen zu müssen, um sich im eigenen Land Dach überm Kopf leisten zu können, usw.


